Nepal Trekking – Alleine von Jiri zum Everest Base Camp

Everest Base Camp im Morgenlicht

Nepal Trekking: Everest Base Camp im Morgenlicht

Mein Erfahrungsbericht über meine Nepal Trekking Tour von Jiri zum Everest Base Camp (EBC) als Alleinreisender


Nepal war das erste Land das ich auf einer 15 monatigen Weltreise besucht habe und die Wanderung selbst war eines der Highlights meiner gesamten Reise. Einmal den Mount Everest mit eigenen Augen zu sehen, war aber auch ganz oben auf meiner Bucketlist.

Die Trekkingtour selbst hatte ich allein organisiert (unter Anderem mit Hilfe des Trekkingforums) und ich bin die Strecke alleine ohne Gruppe/Porter/Guide oder Trekkingpartner gegangen.
Mein Erfahrungsbericht beinhaltet Informationen über Vorbereitungen und Erfahrungen für das Trekking alleine (ohne Porter/Guide/Trekkingpartner) in Nepal zum Everest Base Camp im Mai 2012. Die Tour startete per Bus von Kathmandu nach Jiri. Von dort ging es zu Fuss zum Everest Base Camp und zurück nach Lukla. Von dort flog ich nach Kathmandu zurück.

Der Bericht ist zudem eine kurze Zusammenfassung meiner Vorbereitungen vor der Reise, Erfahrungen während und nach der Reise. Er sollte die Fragen beantworten, die zumindest ich mir hauptsächlich vor der Reise gestellt habe.
Auf den genauen Strecken-Verlauf geh ich nur sehr kurz ein, da das meiste in Wanderführer wie z.B. The Everest Trek: The Everest Trek in the Nepal Himalaya from Jiri to Solu Khumbu, Gokyo and Kalla Pattar* bereits beschrieben ist.

Der Bericht soll als Hilfe  für Leute dienen, die ebenfalls diese Tour alleine oder mit Partner - ohne Agentur - bewerkstelligen wollen.

Meine Kosten: ca. 650 EUR (Essen, Übernachtungen und Flug von Lukla nach Kathmandu) - ohne Flug nach Nepal
Ich benötigte insgesamt 20 Tage inkl. 2 Tage Vorbereitung in Kathmandu und 2 Tage wegen Rückflugverschiebung von Lukla nach Kathmandu. Ich bin also in 16 Tagen diese Wanderung gelaufen. Einkalkulieren sollte man sich allerdings gut 18 Tage reine Wanderzeit + 2 Tage (falls sich der Rückflug von Lukla wegen zu starken Windes verschiebt) + 2-3 Tage in Kathmandu.

Inhalt (springe direkt zum Thema)

News

Mai 2015: Da Nepal am 25 April 2015 von einem schweren Erdbeben getroffen und Kathmandu schwer beschädigt wurde, weiss ich aktuell nicht, bis wann es wieder möglich sein wird, dieses wundervolle Land zu besuchen. Meine Gedanken sind bei den unzähligen netten Menschen, die mir in Nepal begegnet sind. Ich hoffe Ihnen und Ihren Familien geht es gut.
Den Bericht schrieb ich bereits im Mai 2012. Ob die genannten Informationen wie z.B. Tims Beschaffung noch so zutreffen, kann ich nicht garantieren. Ebenfalls sollte man sich vor der Tour nochmals informieren, ob der Trek im Khumbu zum Everest Base Camp immer noch alleine ohne Guide möglich ist. Die Vorschriften können sich jederzeit ändern.

Medien – Fotos und ein Video zur Tour


Weitere Bilder von der Tour gibt es hier:

http://www.flickr.com/photos/andyont...7634772221321/

Ein Video zum Trek von Jiri zum Everest Base Camp gibt es hier (in 720p empfehlenswert):

Das Video vermittelt einen Einblick welche Wege und Landschaften einen auf der schönen Wanderung in Nepal erwarten.

Einleitung

Für wen ist die Trekking Tour von Jiri zum Everest Base Camp geeignet?

Die Wanderung sollte bei jedem auf der Bucketlist stehen, der:

  • körperlich fit und gesund ist
  • einen Blick auf den Mount Everest und andere 8000er werfen will
  • einen Einblick in das ursprünglichere Nepal werfen will (zumindest von Jiri – Lukla)
  • gerne wandert
  • kein Problem mit sehr schlichten Unterkünften (schlafen im Schlafsack) hat
  • abenteuerlustig ist
  • Stress abbauen will (nach 3 Tagen hatte ich bereits den Arbeitsalltag vergessen, hatte den Kopf frei wie selten zuvor)
  • sich den Risiken bewusst ist (z.B. Informieren über Höhenkrankheit )
  • eine gute Reiseversicherung besitzt (Helikopterevakuierung sollte die Reiseversicherung im Notfall decken)
  • Zeit hat ( ca. 3.5 Wochen ) und sich auch die Zeit nimmt
  • Vernünftig ist und sich an die Route, Regeln (wie empfohle Ruhetage, max. Höhe pro Tag) halten kann
  • eine atemberaubende und einzigartige Bergkulisse bestaunen will
  • gerne ein paar Kilo an Körpergewicht verlieren will
  • Schwindelfrei ist (es gibt Brücken über reissende Flüsse zu überqueren, Wege an Steilhängen ect.)

Alleine wandern von Jiri zum Everest Base Camp

Ob man diese Tour alleine, mit einem Partner oder in einer Gruppe durchführen will, muss jeder für sich selbst entscheiden und sich den Risiken in der Bergwelt bewusst sein. Sicherer ist es natürlich zumindest mit einem Trekking Partner. Dieser kann online oder in Thamel mit Glück noch gefunden werden.

Trotzdem würde ich die Strecke auch Alleinreisenden empfehlen, da diese meiner Meinung nach auch alleine sehr gut umsetzbar ist. Allerdings sollte man vor Start gut informiert sein, Karten lesen können und während der Wanderung den Hauptweg nicht verlassen. Sollte man sich trotzdem mal verlaufen (wie es bei mir auch 2 mal vor kam), dann Helfen die sehr freundlichen Einheimischen.

Für mich war die Entscheidung diese Tour alleine durchzuziehen die richtige Wahl. Der Grund, meine Erfahrungen und Eindrücke als Alleinreisender beschreibe ich am Ende des Berichts.

Allgemeine Informationen zur Wanderrute von Jiri zum Everest Base Camp

Bevor der Flughafen in Lukla gebaut wurden, starteten alle Mount Everest Expeditionen von Jiri (1919 Meter). Nach dem Bau geriet die Route in Vergessenheit. Die meisten Touristen starten inzwischen direkt per Flugzeug von Lukla bereits in einer Höhe von 2860 Meter.

Von Jiri bis nach Lukla muss man folgende drei Pässe überqueren:

  • Deurali 2705 Meter
  • Lamjura La 3530 Meter
  • Thaksindo La 3701 Meter

Die Wanderung führt durch malerische Dörfer, Flussüberquerungen, entlang von Reisfeldern und buddhistischen Klöstern.
Übernachtet kann man auf der Strecke in recht einfachen Unterkünften in denen man meist auch essen kann.
Für die Strecke von Jiri bis Namche Bazaar sollte man inkl. Busfahrt ca. 7-8 Tage einplanen.

Die Wanderung ab Jiri ist bestens geeignet, um sich besser an die Höhe zu akklimatisieren. Trotzdem sollte man alle empfohlenen Ruhetage in Namche Bazaar und Dingboche/Tengboche einhalten. Auf dem Weg bis nach Namche Bazaar hat man fast die Höhe von Mount Everest an Höhenmetern zurückgelegt.

Höhenverlauf der Route

Höhenkarte von Jiri zum Everest Base Camp

Höhenkarte von Jiri zum Everest Base Camp

Die Tour selbst ist technisch nicht anspruchsvoll, kann allerdings sehr anstrengend sein, da man drei Bergpässe überqueren muss.

Beste Reisezeit für eine Wanderung in Nepal

Als beste Reisezeit wird in Reiseführern Oktober bis November und Februar bis Mitte April angegeben, da diese Monate ausserhalb des Monsuns liegen. In diesen Monaten sollte man deshalb auch die beste Sicht auf die Berge haben.

Meine Wanderroute mit Übernachtung und Wanderzeit

Mit dem Bus startet man von Kathmandu nach Jiri (Fahrtdauer ca. 7.5 Stunden). Von Jiri verläuft die Strecke an Lukla vorbei über Namche Bazaar zum Everest Basecamp. Von dort geht es auf dem gleichen Weg wieder zurück nach Lukla. Mit dem Flugzeug kann man anschliessend von Lukla zurück nach Kathmandu fliegen.

Für die gesamte Tour sollte man 23-25 Tage einplanen (inkl. Puffer für Flugverschiebungen). Ich selbst benötigte 16 Tage für den Trek + 2 Tage Wartezeit wegen Flugverschiebung. Mein Tourverlauf sah folgendendermassen aus:

29.04. Einchecken Hotel, Organisation(Flugticket, Busticket, Ausrüstung ect. ) für Tour

30.04. Organisation für Tour

01.05. Busfahrt Jiri (6 Uhr Abfahrt – Ankunft in Jiri 13:30 Uhr) – Shivalaya 18 Uhr erreicht (hatte mich verlaufen und gut 1-2 Stunden dadurch verloren)

02.05. Shivalaya – Kinja (Start 5 Uhr – Ankunft 17 Uhr)

03.05. Kinja – Lamjura la Pass (Start 6 Uhr – Lamjuara la 17 Uhr – konnte nicht mehr über den Pass, wegen Hagelsturm und musste auf 3500 Meter in einer Lodge beim Pass übernachten )

04.05. Lamjuara la Pass – Ringma (Start 6 Uhr – Ankunft 16:15 Uhr)

05.05. Ringma – Kharikhola (Start 6 Uhr – Ankunft 16 Uhr)

06.05. Kharikhola – Paiya (Start 6 Uhr – Ankunft 12 Uhr → wollte nicht weiter wegen starkem Regen)

07.05. Paiya – Tawa → liegt kurz hinter Mojo (Start 6 Uhr – Ankunft in Tawa 15 Uhr)

08.05 Tawa – Namche Bazaar (Start 6 Uhr – Ankunft 8:20 Uhr)

09.05. Restday in Namche –> Tour Richtung Everest View Hotel

10.05. Namche Bazaar – Deboche (Start 6 Uhr – Ankunft 10:50 Uhr)

11.05. Deboche – Dingboche (Start 6 Uhr – Ankunft 10:30 Uhr)

12.05. Restday Dingboche → Tour auf den Hügel (bei Nangkartshang Gompa vorbei) nordwestlich von Dingboche

13.05. Dingboche – Lobuche (Start 5:30 Uhr – Ankunft 11:15 Uhr) – Sidetrip auf Hügel mit Blick auf Khumbu Glacier)

14.05. Lobuche – Gorak Shep – Kala Patthar – EBC – Gorak Shep – Lobuche (Start: 5:30 Uhr – Ankunft 17 Uhr)

15.05. Luboche – Namche Bazaar (Start 5 Uhr – Ankunft 16 Uhr)

16.05. Namche Bazaar – Lukla (Start 5:30 Uhr – Ankunft 13 Uhr)

17.05. Lukla Flug wurde wegen zu starken Windes gestrichen

18.05. Flug Lukla – Kathmandu

Meine Kosten für die Wanderung

Ich benötigte ca. 500 Euro für Tims (Wanderpass), Eintrittsgebühr zur Khumbu Region, Essen, Trinken, sehr schlichten Unterkünfte + ca. 150 USD Openend Rückflugticket von Lukla nach Kathmandu. Der Betrag beinhaltet noch nicht das Visum von 40 USD.

Vorbereitung

Will man die Tour nicht mit einer Agentur bzw. Gruppe durchführen, ist etwas mehr an Organisation erforderlich. Die wichtigsten Punkte liste ich hier auf. Falls ihr noch etwas vermisst, schickt mir einfach eine Email.

Webseiten für Vorbereitung und Trekking-Partnersuche

Reiseführerempfehlung für die Trekking Tour Jiri zum Everest Base Camp

Ich habe für meine Trekking Tour von Jiri zum Everest Base Camp den folgenden Wanderführer
von Ian P Johnsen verwendet. In diesem ist die Tour detailliert und sehr gut beschrieben. Leider ist dieser aktuell nur auf Englisch verfügbar.
The Everest Trek: The Everest Trek in the Nepal Himalaya from Jiri to Solu Khumbu, Gokyo and Kalla Pattar*

Hier gibt es ausserdem eine Karte zur Wanderung
Jiri to Everest (Khumbu) 1 : 100 000: Jiri - Phaplu - Sagamartha National Park - Everest B.C

Organisation vor der Reise

sollte man sich gründlich über folgende Punkte informieren und Dinge organisieren:

  • Notwendige Reiseversicherung (deckt meine Reiseversicherung die Kosten einer Helikopterevakuierung – im ernstfall ggfs. erfoderlich). Da ich auf längerer Weltreise war und in der Zeit keinen Wohnsitz hatte, nahm ich die von Statravel.de - da diese Versicherung keinen Wohnsitz verlangt.
  • Aktuelle Informationen und Lage im Land
  • Aktuelle Visumvorschriften und Kosten (welche Formulare, Kosten, Anzahl Passbilder ect.)
  • Lesen der Informationen zur Höhenkrankheit ( Ursachen und Symptome )
  • Unterkunft in Kathmandu (am besten in Thamel – bester Ort zur Vorbereitung)
  • Informationen zur Tour ( genauer Routenverlauf siehe Lonely Planet und Co )
  • Wetterverhältnisse und beste Reisezeit für das Trekking je Region ( normalerweise Februar - April und Oktober bis November für die genannte Strecke)
  • Reisepartner über Trekkingforum ect. suchen ( falls man nicht alleine los will)
  • Packliste erstellen und ggfs. passende Ausrüstung/Kleidung/Schuhe besorgen – ggfs. auch noch in Kathmandu (Thamel) möglich
  • Aktuelle Information zur TreKkers Information Management System ( TIMS ) und Gebühren - welche Formulare, Passbilder ect. sind für die Beantragung notwendig – ist Alleinreisen für die Tour noch möglich ect.?
  • kleine Geschenke für Einheimischen die einem Helfen z.B. Luftballon für Kinder (keine Süssigkeiten, da schlecht für Zähne, kein Zahnarzt in der Region in der Nähe)
  • Verbandsmaterial (Blasenpflaster ect.) und div. Medikamente (ggfs. Durchfall ect.)
  • Empfohlene Impfungen
  • Packliste erstellen

Packliste für eine Wanderung in Nepal

Tipp: Leicht packen!! – Es besteht die Möglichkeit in Namche Bazaar noch Sachen zu besorgen (leihen/kaufen). Ebenfalls ist es möglich vor Wanderung zum EBC in Namche Bazaar Sachen zwischenzulagern und auf dem Rückweg wieder abzuholen, um den Weg dorthin zu vereinfachen.

Packliste für Trekking in Nepal

Packliste in Nepal - Ein letzter Check am Abend vor Start der Wanderung

Je leichter der Rucksack, umso unbeschwerter läuft es sich auf der Strecke. Man sollte deshalb genau überlegen, was in den Rucksack muss. Als Solotrekker beneidet man schon manchmal die Leute, die sich ein Porter bzw. Träger leisten, der den Transport übernimmt. Trotzdem kommt man sich am Ende etwas spezieller als Andere in Gruppen mit Trägern vor, da man die Wanderung komplett alleine gemeistert hat.

Nach meiner 15 Monatigen Weltreise bin ich inzwischen ein grosser Fan von Merino Wolle geworden. Bekleidung aus dieser Wolle kann ich nur empfehlen, da selbst nach mehreren Tagen wandern die Bekleidung noch nicht stinkt. Es ist leicht, atmungsaktiv und trocknet schnell. Nachteil: Bekleidung aus dem Material ist sehr teuer.

Mein 70-15 Liter Rucksack hatte danke Spiegelreflexkamer (inkl. 2 Objektiven), Gopro Hero 2, Aufladekabel ect. Ca. 13-15 kg. Ich musste entsprechend viele Pausen einlegen. Dank gutem Rucksack aber möglich.

Folgende Dinge sind meiner Meinung nach nützlich bzw. kann ich nur empfehlen:

Zusätzliche Gegenstände:

  • Kindle mit Beleuchtung*  mit Schutzhülle  - kann diesen nur empfehlen. Der Kindle besitzt eine sehr lange Batterielaufzeit (reicht fast für den ganzen Trek). Der Kindle ist viel leichter als ein Buch, kann aber mehrere 1000 Bücher beinhalten. Weiterer Vorteil, er kann PDF lesen. So hab ich mir zum Beispiel die Tourbeschreibung und Karten aus dem Internet in Pdf umgewandelt und auf den Kindle kopiert.
  • Für fotobegeisterte:  Ich konnte auf meine DSLR (damals Canon eos 60d - neueres Modell ist nun die Canon 70d*) nicht verzichten. Es reicht im Normalfall ein Zoomobjektiv (ich hatte das Canon 15-85mm*), allerdings kam bei mir noch das Tamron 70-300* ebenfalls zum Einsatz. Für mich waren die beiden eine ideale Kombination für diesen Trek. Die zusätzlichen Kilos hat man natürlich gemerkt, aber für mich hat sich dies gelohnt. Ebenfalls sollte man einen passenden Polfilter*, Ladekabel, Neoprenschutzhülle* und Ersatzakkus (hatte 2 zusätzlich) nicht vergessen.
  • Gorillatripod*: Stativersatz, sehr kompakt und kann schwerere DSLRS tragen.
  • Actioncam Gopro* (wasserdicht und klein) - ich hatte damals für die Tour extra noch die Gopro Hero 2 mit Schultergurt besorgt. Mit dieser und der DSLR hab ich auch das im Bericht zu sehende Video erstellt. Inzwischen ist die Hero 4 bereits erschienen, deren Grösse, Gewicht und Qualität erstaunlich ist. Tipp: immer nur kurz die schönsten Abschnitte filmen und dann die Kamera wieder komplett ausschalten. So hält der Akku eine Weile. Zusätzlich hatte ich noch 2 Ersatzakkus für die Gopro dabei.
  • Tagebuch: um das Erlebte festzuhalten.
  • Outdoor Uhr mit Höhenmessgerät, Kompass,..*

Meine Erfahrungen zur Organisation vor Ort

Für die Vorbereitung vor Ort sollte man 2 Tage einplanen (wäre aber auch an einem Tag bei früher Anreise möglich). Folgendes muss organisiert werden:

  • Noch fehlende Ausrüstungsgegenstände besorgen ( alles könnte in Thamel geliehen/gekauft werden)
  • Busticket nach Jiri
  • Openend Rückflugticket von Lukla nach Kathmandu
  • Kartenmaterial
  • Tabletten für Entkeimung für das Wasser auf der Strecke
  • TIMS (Trekkers Information Management System) Karte – Unabhängige Trekker (grün) – Gruppe (blau)
  • ..sonstiges

Visum und Bargeld

Man kann das Visum bereits zu Hause oder direkt am Flughafen in Kathmandu beantragen. Man hat dabei folgende Auswahl:

  • 15 Tage (mehrfache Einreise möglich) für 30 USD
  • 30 Tage (mehrfache Einreise möglich) für 40 USD
  • 90 Tage (mehrfache Einreise möglich) für 100 USD

Will man doch noch länger als 15 oder 30 Tage in Nepal bleiben, kann das Visum vor Ort noch verlängert werden.

Am Flughafen muss man dabei 2 Formulare für das Touristenvisum ausfüllen. Ich hatte mich für das 30 Tage Visum (kostete 40 USD, 2 Passbilder) entschieden und auch gleich am Flughafen 500 Euro in NPR umtauschen lassen.

Das Gute war dabei, dass ich dort den Betrag fast komplett in 500 NPR Scheinen umgetauscht bekommen habe. Bei 1000 NPR Scheinen haben die meisten Unterkünfte Probleme rauszugeben. Mit Visa konnte man sehr selten bzw. meist nur in den neueren, grösseren, teureren Unterkünften bezahlen. Man sollte also möglichst schauen, dass man genügend Bargeld auf der Trekkingtour dabei hat (am besten keine grösseren Scheine als 500 NPR Note). Die 500 Euro haben mir für die Trekkingtour fast gereicht (ohne Flug - war allerdings auch nicht so sparsam und hab mir doch mal, die ein oder andere teuere Leckerei auf Tour gegönnt).

Ausrüstung in Kathmandu (Thamel) leihen

Also ich habe mir hier zuvor zu viele Gedanken gemacht.

Thamel wimmelt von Trekkingläden, in denen man noch Ausrüstung kaufen oder eben mieten kann. Ein paar Trekker, die ich getroffen habe, waren begeistert von der guten Beratung des Trekkingladen Shona's Alpine Rental (wurde auch schon mehrfach im -Trekkingforum erwähnt) in Thamel. Ich habe mir einen Schlafsack + Trekkingstöcke für 50 NPR pro Tag am Laden gegenüber von meinem Hotel gemietet.

Ausrüstung in Kathmandu (Thamel) kaufen

In Thamel gibt es aussreichend Trekkingläden, die Kleidung, Ausrüstung und Schuhe verkaufen. Die Waren machen einen qualitativ recht guten Eindruck und man kann diese, denke ich, sehr gut für die Trekkingtour verwenden.

Ein paar Wanderer schwärmten z.B. von Bergschuhe, die sie in Thamel für ca. 40 Euro gekauft hatten. Man bekommt hier auch alle Layers, die benötigt werden. So kostet z.B. eine Softshell Jacke (2000 NPR). Die meisten Artikel haben allerdings kein Preisschild, so dass man da noch verhandeln kann.

Was ich absolut empfehlen kann, ist zumindest bei der Unterwäsche nicht zu sparen. Ich hatte Unterwäsche und T-Shirts aus Merinowolle, die sehr gut lüftet, warm hält und auch nach 2 Wochen hartem Trekking nicht stinkt.

Brauch ich einen Schlafsack für die Tour?! Kaufen oder Mieten

Also zumindest auf meiner Tour im Mai hätte ich theoretisch keinen Schlafsack mitschleppen müssen, da fast alle Lodges genügend Decken vorrätig hatten. Ich habe meinen Schlafsack insg. 4 Mal benutzt, da eben manche Lodge doch keine Decken hatten (ich hätte müssen aber nur die Lodge wechseln, um das Problem zu beheben).

Ob kaufen oder mieten ist wohl einem selbst überlassen. Da es für mich mit der Reise in wärmere Länder weiterging und ich deshalb vorerst also keinen Schlafsack (mir reicht dann ein Inlet) benötigte, hatte ich mich für die Miete (40NPR pro Tag) entschieden. Der Schlafsack war schon recht runtergekommen, aber zumindest aus Daunen. Wäre ich allerdings wieder nach Deutschland zurück hätte ich mir wohl ein Schlafsack von dem schon oben erwähnten Shona's Alpine Rental Trekkingladen gekauft (da ich zuhause noch keinen Wertigen habe). Viele im Trekkingforum haben von der hochwertigen Qualität geschwärmt.

Wo übernachten in Kathmandu

In Kathmandu hab ich mich für das Khangsar Guest House* entschieden, da es einige Vorteile bietet:

  • liegt direkt in Thamel, wo man auch seine Ausrüstung usw. leicht besorgen kann
  • günstig ( ca. 6 USD die Nacht für Einzelzimmer mit Bad – natürlich etwas heruntergekommen)
  • Zimmer haben Steckdosen (nein, man braucht kein Adapter!!) an dem man seine Batterien kostenlos aufladen kann (tägl. Ist mal für ein paar Stunden Stromausfall)
  • kostenloses Wifi (aber halt sehr langsam)
  • hab hier mein Open End Ticket (Lukla - Kathmandu) für 138 USD (inh. Zwei Stunden) besorgen können
  • kostenlose Abholung vom Flughafen
  • kostenlose Unterbringen des Gepäcks, was man während der Trekking Tour nicht benötigt
  • günstiges Essen (was auch nicht schlecht schmeckt)

Das Hotel war allerdings sehr simple, nicht sehr sauber und auch recht runtergekommen. Eher für Backpacker zu empfehlen, welche schon einiges gewohnt sind.

Ausweichen kann man auf die sehr gut bewerten Unterkünfte, die ebenfalls direkt in Thamel in Kathmandu liegen:

Weitere Hotels in Kathmandu jetzt suchen

TIMS Abwicklung

Die Tims kann man sowohl in Kathmandu im Tourist Center (unterhalb des Ratna Parks), als auch am Sagarmatha National Park Entrance Gate (ist am Ende des Dorfes Mojo) besorgen. Will man allerdings bereits von Jiri starten muss man die Tims bereits in Kathmandu besorgen, da man kurz vor Jiri sich in einem Trekking-Buch damit registrieren muss.

Ich habe meins am Tourist Center am Ratna Park besorgt. Zu Fuss dorthin von dem Hotel in Thamel waren es ca. 30-40 Min. Das Tims Formular, das im Trekkingforum angegeben wurde, wurde akzeptiert! Allerdings musste ich noch ein zusätzliches Formular ausfüllen. Zusätzlich muss man als Alleinwanderer 40 USD in NPR bezahlen, sowie eine Kopie des Ausweises und 2 Passbilder abgeben.

Der ganze Ablauf war in ca. 15 Min. erledigt und man bekommt dann seinen grünen TIMS Ausweis (Free Individual Trekker), wobei Gruppenmitglieder einen blauen bekommen.

Weitere Infos zur TIMS auf der offizielle Tims Seite von Nepal.

Wo kaufe ich das Busticket von Kathmandu nach Jiri

Hier war ich faul und habe es mir von einer Bedienung meines Stammlokals (Sisha Bar neben dem Hotel) für 800 NPR besorgen lassen (auf dem Ticket stand glaub ich ein Preis zwischen 400 – 500 NPR). Man kann es aber auch in div. Trekkingagenturen etwas teurer kaufen oder man geht früh morgens um 5 Uhr zum Ratna Park und kauft es dort vor Ort 1-2 Tag zuvor (was günstigsten aber ggfs. nicht so einfach wegen den Verständigunsproblemen ist).

Den Bus zu finden, schaffte ich nur durch Fragen. Der Bus hat zwar eine Nummer (die auch auf dem Ticket steht), diese ist allerdings auf Nepalesisch.

Meine Erfahrungen und Eindrücke der Tour

Busfahrt von Kathmandu nach Jiri (Dauer ca. 7.5 STD)

Über die Busfahrt nach Jiri gibt es die unterschiedlichsten Meinungen. Für den einen ein Horror für den anderen ein Genuss. Sicher ist zumindest, dass sie sehr abenteuerlich sein kann (je nach Wetterverhältnisse).

Die Fahrt selbst führt durch verschiedene Klimazonen und wundervolle Landschaften. Man durchquert malerische Täler, Flüsse, Berge und Dörfer.

Ich habe die Fahrt genossen, obwohl der Busfahrer doch recht flott unterwegs war und ich der einzige Tourist war.

Ich fand es recht amüsant, wie gut zum Teil das Hopp on - Hopp off-Verfahren mit den Einheimischen und deren Ladung (von Hühner bis Getreidesäcke) funktionierte.

Der Bus fährt normal ebenfalls bis nach Shivalaya, was eine Abkürzung wäre. Allerdings hab ich auf der Strecke anderer Trecker getroffen, die sich über die Strecke beschwert haben, da sich die Strassenverhältnisse noch mehr verschlechtert haben. Man sollte sich also vorher über die aktuelle Strassenlage informieren, wenn man erst ab Shivalaya starten will.

Meine Wettererlebnisse im Mai

Mit dem Wetter hatte ich fast immer Glück (weiss nicht ob das Normalzustand für Mai ist). Ich musste nur zwei Mal bei Nieselregen morgens loslaufen und kam nur einmal nachmittags in ein Unwetter (Hagel und Gewitter) am Lamjura la Pass.

Grundsätzlich war es morgens fast immer wolkenlos. Erst vormittags ab 10-11 Uhr kamen die Wolken, die sich dann ab und an nachmittags oder nachts entleerten.

Wer also früh startet (ab 5 Uhr war es hell), hat zum einen eine besseren Ausblick auf die Berge und zum anderen weniger Trekking-Verkehr (für die Strecke Lukla – EBC interessant). Die Gruppen starteten meist erst nach dem Frühstück zwischen 8-9 Uhr. Ebenfalls verringert sich die Chance im Regen laufen zu müssen. Tagsüber war es allg. sehr warm und oft reichte ein T-Shirt oder Fleece (zumindest bis Tengboche).

Verlaufen/Beschilderung

Ich persönlich fand nur die Strecke Jiri nach Shivalaya und von dort nach Bhandar nicht sehr gut beschildert.

Vielleicht war ich auch einfach nur nicht so aufmerksam, aber hier hatte ich mich zwei Mal verlaufen. Normalerweise zeigt ein orangener Kreis, der auf Steine und Bäume angesprüht wurde einen Grossteil der Strecke von Jiri-Lukla an.

Als ich mich das erste Mal verlief, wunderte ich mich noch warum die Einheimischen mir so freundlich zuwinken, dabei wiesen sie mich immer darauf hin, dass ich in die falsche Richtung lief.

Wie gesagt, war das nur in Jiri und Shivalaya der Fall. Der Hauptteil der Strecke ist selbsterklärend. Ich habe mich aber immer (um sicher zu gehen) bei den Einheimischen, wenn möglich, noch mal abgesichert, ob ich in die richtige Richtung laufe.

Meine Schuhempfehlung: dicke Sohle und knöchelhoch!!

Ich selbst bin mit normalen Trekking-Schuhen (leider nicht knöchelhoch) mit etwas zu dünner Sohle gelaufen. Es war zwar auch mit diesen Schuhen möglich, allerdings ist der Weg überschüttet mit spitzen und kantigen Steinen, die man sehr schnell bei einer zu dünnen Sohle spürt. Ausserdem knickt man leicht um, wenn man keine knöchelhohe Schuhe hat (besonders am Schluss des Tages, wenn die Kräfte nachlassen).

Ein zweites Paar Schuhe wie Flip-Flops nicht vergessen und abends den Füssen Luft gönnen (bitte nicht im Teehaus sondern draussen, um die Einheimischen und andere Trekker zu schonen).

Trekking-Stöcke

Gerade wegen dem nicht so passenden Schuhwerk, waren die 2 Trekking-Stöcke ein Segen für mich. Anfangs hatte ich es noch ohne versucht. Ich habe aber sehr schnell Probleme bzw. Schmerzen z.B. beim Abstieg in den Knien bekommen. Mit Hilfe der Stöcke waren die Schmerzen schnell verschwunden. Ausserdem helfen Sie sehr beim Aufstieg durch die Kräfteverlagerung und geben zusätzlich ein besseres Gleichgewicht (wäre ohne die Stöcke sicher mehrmals gestürzt).

Daunenjacke?!

Ich kam ohne Daunenjacke aus. Sinn macht diese zumindest im Mai (meiner Meinung nach erst ab Namche Bazaar. Diese kann man dort immer noch für 60 NPR pro Tag leihen). Ich hatte 4 Layers:

      1. Thermounterwäsche (Merino)
      2. Fliesspulli (100er) und wasserabweissende Trekking-Hose
      3. Softshell Jacke
      4. Hardshell (sehr leichte Regenjacke von Mammut)

Morgens/Abends war es ab Namche doch recht frisch, hier lief ich anfangs noch in der Softshell. Mittags dann lief ich am meisten im Fliesspulli. Richtig kalt war es dann nur auf dem Kala Patthar (hier reichte aber trotzdem die Softshelljacke + alle Schichten + Fliesmütze + Handschuhe). Die Hardshell kam nur bei Regen (zweimal) zum Einsatz. Ich war sehr zufrieden mit der Entscheidung zu den Layers. War es mir zu warm, eine Layer runter, war es mir zu kalt Layer drauf.

Auf dem Weg bleiben! Abkürzungen können gefährlich sein (zumindest im Everest Gebiet)!!

Ich war auf der Tour eigentlich nur einmal leichtsinnig. Ich hatte auf dem Kala Patthar die Idee eine Abkürzung zum EBC zu nehmen bzw. den Trampelpfade zu folgen, die vom Kala Patthar Richtung EBC über ein Steinfeld verliefen. Allerdings führten mich diese Trampelpfade direkt in Steinhänge, die ich auch noch versuchte zu überwinden – war die leichtsinnigste Aktion auf der Tour, die aber ansonsten recht ungefährlich war.

Man sollte also kein Risiko eingehen und auf der Hauptroute bleiben. Allerdings hatte ich auch mal Glück bei einer Abkürzung zum Taksindu La Pass quer durch den Wald Glück und entdeckte einen verlassenen Cheese Store aus dem Jahre 1925 (siehe Fotos).

Akku aufladen

Das Aufladen der Akkus ist bis Gorak Shep möglich, allerdings meist nicht kostenlos.

So kostet es in Namche noch 150NPR pro Stunde, weiter oben 350NPR pro Stunde. Ich hatte zum Glueck genug (3) Ersatzakkus fuer meine Canon dabei.

Internetkosten

Von Jiri nach Lukla findet man eher selten ein Internetanschluss. Die Strecke von Lukla nach Namche ist da schon besser ausgebaut. Allerdings steigt der Preis hierfür mit der Höhe. So kostet in Namche Bazaar 1 Stunde = 350 NPR während oben Richtung EBC gut 2000 NPR pro Stunde.

Platzprobleme bei Unterkünften

Im Mai sollte man als Alleinreisender immer einen Platz in einer Lodge finden! Einzig und alleine in Gorak Shep kann es schnell zu Platzproblemen kommen und man sollte sich dorthin frühzeitig aufmachen, um einen Platz zu bekommen.

Höhenkrankheit

Durch den Start in Jiri und die Ruhetage in Namche und Dingboche hatte ich bis Gorak Shep keinerlei Probleme mit irgendwelchen Symptomen der Höhenkrankheit. Ich hatte geschaut, dass ich min. 4 Liter pro Tag trank und nicht die empfohlenen 500 Höhenmeter pro Tag überschreite.

Erst nach Besteigung des Kala Patthar (wobei ja ausdrücklich empfohlen wird erst einmal das EBC zu besuchen, dann eine Nacht in Gorak Shep zu verbringen und dann erst den Kala Patthar am Morgen zu besteigen) hatte ich leichte Kopfschmerzen und leichte Schwindelgefühle. Das war auch der Grund, warum ich am gleichen Tag noch nach Lobuche zurücklief bzw. vorsichtshalber abgestiegen bin.

Ich habe Trekker getroffen, die ebenfalls in Jiri/Shivalaya gestartet sind und keinerlei Probleme mit der Höhe hatten. Anders sah es hier zum Teil mit Trekkern aus die in Lukla gestartet sind.

Schon in Lobuche hatten hier manche (natürlich Einzelfälle – ich will hier nichts verallgemeinern) die ersten Anzeichen der Höhenkrankheit (Übergeben, Kopfschmerzen usw.) und ich wurde dann auch noch Zeuge einer Helikopterevakuierung eines höhenkranken Mädchens (aus einer Gruppe mit Start aus Lukla) in Lobuche.

Dieser Vorfall hätte aber vermieden werden können.

Ich hatte den Fall selbst mitbekommen. Morgens ging es der Frau schon nicht so gut und sie hatte Übelkeit (in der Nacht übergeben) und stärkere Kopfschmerzen. Anstatt sofort ein paar Höhenmeter abzusteigen, haben die Gruppenmitglieder sie eher dazu ermutigt noch bis mittags abzuwarten, ob es nicht besser wird. Gegen den späten Nachmittag kam dann der Helikopter.

Wer also die nötige Zeit hat, dem würde ich ebenfalls raten, in Jiri zu starten und damit wohl auch bessere Chancen die Höhenkrankheit zu umgehen. Außerdem sollte man viel Trinken und die empfohlenen Rasttage auch einhalten.

Was auf alle Fälle wichtig ist, sich gut über die Höhenkrankheit AMS zu informieren, an die vorgeschlagenen Regeln zu halten und auf seinen Körper zu hören.

Wie fit muss man sein?!

Eine gewisse körperliche Fitness ist Voraussetzung für die Tour.

Ich selbst war allerdings nicht wirklich fit (etwas korpulenter gebaut und 8 Stunden Schreibtisch war mein früher Job) und Trekking-unerfahren.

Es ist jedoch recht beeindruckend, wie Anpassungsfähig der Körper ist. Am Anfang war es noch eine Qual. 4-5 Tage später hab ich die Tour absolut genossen. Die Bewegungen werden flüssiger und man weiss nach einigen Tagen, in welchem Tempo man einen Berg angehen kann/sollte. Ich hab auf der Tour ca. 7 Kg verloren.

Preisniveau allgemein

Da ich selbst auf längerer Reise war, war dies für mich ein grosses Thema. Auf der Strecke gibt es verschiedene Unterkünfte. Die meisten sind sehr einfach und günstig. Allerdings gibt es auch Hotels (auf der Strecke Lukla-EBC) die schnell mal um ein vielfaches Teurer und natürlich bequemer sein können.

Ich hatte mich für die sehr schlichten und günstigen Unterkünfte entschieden. Meine Übernachtungen waren durchschnittlich zwischen 100-200NPR.

Das Teure ist das Essen/Trinken. Je höher man kommt, umso teurer wird das Ganze. Beispiel: 1 Flasche Wasser kostet in Kathmandu 20NPR in Gorak Shep hatte ich 300 NPR bezahlt.

Blöd fand ich die Vorschrift in manchen Lodges, dass man bei Ihnen essen muss bzw. nicht ausserhalb der Lodge essen gehen darf oder man bezahlt dann einen gewissen hohen Betrag!

Wie war es denn nun alleine zu wandern?

Vor der Reise noch unsicher→ Jetzt: es war für mich die richtige Entscheidung.

Natürlich hatte das Ganze Vor- und Nachteile.

Ich konnte tun und lassen was ich wollte. War ich müde, konnte ich rasten, war ich am Ende eines Tages immer noch fit, konnte ich doch noch bis zur nächsten Etappe weiterlaufen, ohne mich dabei mit jemanden abstimmen zu müssen. Ich fühlte mich alleine auf der Strecke im Allgemeinen immer recht sicher.

Was wäre wenn ich z.B. mich Verletzt hätte oder doch schwere Symptome der Höhenkrankheit gehabt hätte?! Da wäre ich erst einmal auf mich alleine gestellt gewesen. Die Wege der genannten Route sind allerdings so gut belaufen (von Einheimischen und Trekker), dass ich mir deshalb weniger Sorgen gemacht habe.

Ein Nachteil, den ich gegenüber einer Gruppe/Trekkingpartner als Solo Trekker noch sehe, ist das Gefühl das Erlebte mit anderen zu teilen bzw. das Erreichte auch zu feiern. Während die Inder nach der Tour die grösste Party in Lukla in meiner Lodge hatten, sass ich da mit meinem Cubra Libre und schaute lachend zu. Zu den Gruppen fand ich ehrlich gesagt schwer Anschluss zu finden.

Allerdings waren auch weitere Trekker ohne Guide unterwegs, zu denen man in den Teehäusern sehr schnell Kontakt fand. Den Weg selbst wollte aber jeder weiterhin alleine bestreiten.

Trotzdem hat man am Schluss ein Wahnsinnsgefühl - den Trek alleine gemeistert zu haben. Ja, man kam sich bei den vielen Gruppen mit ihren schwitzenden Porter hinter ihnen dann doch etwas spezieller vor.

Mir kam es ausserdem so vor, als wäre man als Alleinreisender ab Lukla nicht mehr so gerne gesehen (Blicke von Guide/Porter..). Es geht ja schliesslich auch um eine riesigen Arbeitsmarkt (Trekking-Agenturen, Guides, Porter, Lodges ect.), den man als Alleinreisender dann doch nur teilweise fördert.

Auch hab ich dies dann noch in Lukla bei Verteilung der Sitzplätze des Rückflugs gemerkt. Hier hatte ich klar Nachteile und musste länger warten als div. Gruppen mit Guide.

Welche Strecke war denn nun schöner? Strecke Jiri – Lukla oder Lukla – EBC?!

Mir selbst hat die Strecke Jiri – Lukla fast mehr Spass gemacht, da man nicht grossartig auf die Höhe achten musste und soweit laufen konnte am Tag, wie es einem gefiel. Ausserdem hatte ich auf der Strecke die tollsten Erlebnisse mit Einheimischen. So durfte ich bei einem Bauer seine recht simple „Yakkäsefabrik“ begutachten und konnte sehen, wie simple die Leute hier noch leben (ohne Strom ect.). In Bhandar z.B. schien die Zeit in einem früheren Jahrhundert stehengeblieben zu sein.

Die Einheimischen wirkten auf mich auch freundlicher und ausgelassener als ab Lukla. Durch die unterschiedlichste Landschaften (Wälder, Reisterrassen, Flüsse, Dörfer..) war auch mehr Abwechslung geboten.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Strecke nicht so überlaufen ist, wie ab Lukla. Ich traf gerade mal eine Handvoll anderer Trekker bis Lukla. Ab Lukla bekam ich einen kleinen Schock über die Massen an Trekker, die hier unterwegs waren.

Will man diesen Tumult ab Lukla umgehen, sollte man frühmorgens ab 5 Uhr mit seinem Trekking starten und hat dann normalerweise seine Ruhe bis 7-8 Uhr und hat zudem die beste Bergsicht.

Allerdings siegt ganz klar die Strecke Lukla-EBC im Bergpanorama und im Komfort der Lodges. Während ich auf dem Lamjura la Pass nachts noch bei minus 10 im Zimmer mit einer Maus im Schlafsack kämpfen musste, gab es in Lukla die tollste Dusche und das beste Yak Steak.

Für mich waren beide Trekkingtouren aber die richtige Kombination und ich würde es genauso nochmals machen!! Perfekte Trekkingtour für mich.

Meine grössten Kämpfe auf der Tour

      1. Kala Patthar: Der Hügel sieht von unten recht harmlos aus. Aber durch die Höhe, war er zumindest für mich (vielleicht war ich auch noch nicht optimal akkl.) eine grosse Herausforderung.
      2. Shivalaya: Die erste Herausforderung nach Start von Jiri, in der ich gleich mal die Abzweigung verpasst habe und unnötige 300 Höhenmeter in der Mittagssonne weiter den Berg hochkroch.
      3. Kinja – Lamjura La Pass: 2000 Höhenmeter Aufstieg sagen alles!! Dank der vielen eingelegten Pausen, war es dann doch noch nicht so schlimm, wie ich erwartet hatte.
      4. Namche Bazaar – Lukla: Ich hatte den Aufstieg und die Länge nach Lukla unterschätzt. Ich hatte hier ausserdem langsam Rückenschmerzen durch den Rucksack (15 Kg)...was hab ich auf der Strecke geflucht.
      5. Aufstieg/Abstieg Tengboche: Durch den schlechten Zustand des Weges (sehr abgelaufen und staubig) hat ich hier meine Probleme.

Falls ihr weitere Fragen bzgl. Tour ect. habt einfach melden oder an das oben genannte Trekking Forum wenden.

      1. Zumindest beim Cho La Pass (bei der Goyko Route), würde ich mir einen Guide nehmen oder mich mit anderen Trekkern zusammentun – echt erschreckend, wieviele Leute (oft Alleinreisende) wohl da schon verloren gingen bzw. auf der Strecke vermisst werden
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14 Comments

  1. Vielen vielen vielen Dank für den tollen Beitrag ! Auch ich mache mich nächstes Jahr auf !!! Du hast mir mit deiner Erfahrung sehr weitergeholfen! Viele Grüße Nathalie

    • Gerne Nathi. Freut mich, dass Dir der Beitrag etwas geholfen hat.
      Wünsch Dir schon einmal eine schöne sichere Reise und Wanderung in Nepal.
      Viel Spass bei der Vorbereitung.
      Lg, Andi

      • Hallo andreas, bei mir gehts in 4 monaten ebenfalls los. Selber trek selbe methode. Waere es moeglich dir zu emailen und dir ein paar fragen zu stellen? danke vielmals, daniel

        • Hi Daniel,

          sorry für die späte Antwort. Also du kannst deine Fragen auch gerne hier stellen (ggfs. hat jemand die gleichen Fragen). Ansonsten schreib einfach deine Fragen an info@tracesandplaces.de

          Grüsse,

          Andi

          • Hallo Andi,
            vielen Dank für die ausführlichen Informationen. Ich möchte im März von Shivalaya nach Gokyo wandern und zum größten Teil überschneidet sich die Strecke.
            Hast du auch alleinreisende Frauen getroffen? Gibt es in der Gegend Probleme mit Überfällen?
            Weiß jemand zufällig wie die Strecke nach dem Erdbeben 2015 aussieht? Ist die Straße von Kathmandu nach Shivalaya wieder befahrbar und gibt es in allen Dörfern Unterkünfte?

            Liebe Grüße!
            Bernadette

          • Hallo Bernadette,
            freut mich, dass Dir die Infos etwas geholfen haben.
            Auf der Route von Shivalaya nach Lukla waren damals sehr wenig Trekker unterwegs (war aber auch schon am Rande der Nebensaison). Ich traf damals (Anfang Mai 2012) auf der Strecke mehr Einheimische.
            Ich habe auf der Strecke nach Lukla nur eine alleinreisende Frau getroffen (von insgesamt ca. 20 Trekkern nach Lukla). Auf der Strecke gab es damals genug Teehäuser zum übernachten.
            Wie die aktuelle Sicherheitslage für diese Strecke von Shivalaya nach Lukla ist und auch die aktuelle Lage nach dem Erdbeben würde ich am besten im genannten Trekkingforum nachfragen. Auch solltest du dich noch mal informieren, ob das allein Trekken überhaupt noch möglich ist für diese Strecke (kann sich jederzeit ändern). Aus Sicherheitsgründen muss ich Dir trotzdem zu einem Trekkingpartner raten (auch wenn die Strecke technisch nicht sehr schwierig ist und meiner Meinung nach auch alleine machbar ist). Es ist einfach sicherer!! Diesen könntest du ebenfalls auch im genannten Forum suchen.
            Informiere dich sehr gut vor deiner Reise über die Tour, passende Aussrüstung, Höhenkrankheit, Versicherung, genaue Route, ect. Ab Lukla sind wieder sehr viele Trekker unterwegs.

            Ich wünsche Dir schon mal eine schöne und sicherer Wanderung mit tollen Eindrücken 😉 Gerne kannst du mir noch weitere Fragen stellen, allerdings würde ich, wie ich damals, die neuesten Infos/Fragen aus/im genannten Forum holen/stellen.
            Grüße, Andi

  2. Hey ich wollte mal fragen wie viele Kilometer es insgesamt waren. Tolle Tour, hat mich davon überzeugt es auch ohne Agentur/Porter zu machen. Vielen Dank schon mal für die Antwort:)

    • Hallo Frieda,
      freut mich, dass dich der Bericht zur Tour überzeugt hat.
      Leider kann ich Dir selbst nicht die genaue Kilometerzahl von Jiri zum Everest Base Camp sagen. Lt. google sind es ca. 185km für diese Strecke (ohne Rückweg von EBC nach Lukla).
      Mit guter Vorbereitung ist diese Strecke gut ohne Agentur/Porter möglich. Einen Trekking Partner würde ich allerdings empfehlen. Ich wünsche Dir eine schöne und sichere Reise.
      LG, Andi

  3. Pfaffeneder, Christina

    Hallo Andi!

    Erstmal vielen Dank für Deine Infos hier. 🙂

    Ich hätte eine Frage zur PERMIT: Wie hast Du sie genau bekommen?

    Ich möchte im April den Manaslu und Annapurna Circuit alleine machen. Habe in sehr vielen Foren gelesen, dass man die Permit aber nicht als Alleinreisender bekommt.

    Wie war es bei dir?

    Vielen Dank im Voraus!

    LG Tina

    • Hallo Tina,
      die Permits und Tims bekommst du bei dem Nepal Tourism Board beim Ratna Park in Kathmandu ggfs. auch in Pokhara (zumindest den für Annapurna). Ob man die genannten Regionen aktuell alleine laufen darf, kann ich dir leider nicht sagen. Den Mansalu Trek kann man lt. diversen Internetseiten nur mit Guide und mindesetens zwei Trekkern laufen. Ich denke allerdings, dass man den Annarpurna Circuit (diesen hatte ich mir auch überlegt) immer noch alleine laufen darf. Informier dich dazu aber bitte lieber noch einmal in den Nepal Trekking Foren.

      Liebe Grüße und eine sichere und schöne Reise
      Andi

  4. Hey, vielen Dank für den tollen Bericht! Ich fliege auch in zwei Wochen alleine nach Nepal und will genau den selben Trek machen wie du 🙂 Dazu habe ich eine Frage: Wie viel Geld hattest du dabei? Und hast du das alles in Kathmandu abgehoben oder kann man auch in Namche nochmal Geld abholen?

    Und wie kalt wurde es ab Dingboche? Hattest du da auch nur deine 4 Layers an?

    Danke für den tollen Bericht und liebe Grüße,
    Nicola

    🙂

    • Hi Nicola,
      freut mich das Dir der Bericht geholfen hat.
      Ich hatte 500 Euro in Bar dabei und dies direkt in NPR am Flughafen in Kathmandu getauscht.
      Das Geld hatte für die Tour fast gereicht (ohne Rückflug von Lukla). In Namche gab es glaub ich zwei ATMS wobei man aufpassen sollte, da
      diese in der Hauptsaison schnell leer sein könnten. Deshalb vorsichtshalber lieber etwas mehr Bargeld mit auf den Trek nehmen.

      Du gehst ca. einen Monat früher wie ich damals (mein Trek startete Anfang Mai) – deshalb kann ich es leider nicht sagen, wie kalt es im März dort werden kann.
      Im Mai bin ich ab Dingboche mit allen Layern (ebenfalls 4 Layer – siehe im Bericht) gelaufen. Richtig gefroren hab ich nur auf dem Kala Patthar (eisiger Wind auch tagsüber). Ich denke deshalb dass du auch mit den 4 Layern zurecht kommen solltest. Frage aber am besten nochmal in Namche Bazaar Trekker die auf dem Rückweg sind bzw. schon beim EBC waren – in Namche könntest du ggfs. auch noch weitere Kleidungsstücke wie Daunenjacke ausleihen.

      Ich wünsche Dir eine super und sichere Reise!! Würde mich freuen, wenn du dich hier nach der Tour dich noch mal meldest und kurz eine Rückmeldung gibst, wie es Dir gefallen hat. Würd mich brennend interessieren. Ich fand den Trek unvergesslich.

      LG,

      Andi

  5. Hi Andi,
    mir hat es richtig Spaß gemacht deinen Reisebericht zu lesen. Ich möchte gerne nächstes Jahr nach Nepal und auch die Jiri-Lukla Route trekken. Wie hast du das mit dem Rückflug nach Kathmandu gemacht? Vorher gebucht oder in Lukla? LG Jessi

    • Hi Jessica,

      freut mich, dass Dir der Bericht gefallen hat.
      Willst du “nur” die Strecke Jiri – Lukla wandern oder ebenfalls Jiri-EverestBaseCamp-Lukla?

      Ich hatte damals den Rückflug (von Lukla – Kathmandu) direkt in Thamel Kathmandu kurz vor Start der Wanderung (1 oder 2 Tage) in meinem Hotel besorgt. Dies war soweit ich noch weiss ein Open End Ticket.

      Man musste mit dem Ticket am Ende seiner Trekking-Tour in Lukla in ein Reisebüro und sich für den Rückflug dann auf einer Warteliste eintragen lassen.
      Plane hierfür auf jedem Fall ein paar Tage Puffer ein, da sich die Rückflüge gerne mal verschieben (bzw. bei schlechtem Wetter ausfallen) können oder die Warteliste in der Hauptsaison entsprechend lang sein kann (So war das zumindest im April 2012). Informier dich hier aber am besten nochmal dazu im Internet dazu.

      Dann schon mal viel Spass beim Planen. Falls du dazu noch weitere Fragen hast, schreib mir einfach.
      Lg, Andi

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